Klinische Fälle

Lisa : 2 biochemische Schwangerschaften und 6 Aborte

Lisa : 2 biochemische Schwangerschaften und 6 Aborte

Lisa : 2 biochemische Schwangerschaften und 6 Aborte

Die meisten Patienten, die zu uns kommen, habe bereits einiges Leid hinter sich. Ein Ehepaar aus dem Süden von Deutschland, beide Mitte vierzig, hatten eine lange Vorgeschichte als sie zu uns kamen: 2 biochemische Schwangerschaften und 6 Aborte, eins davon in der 13 Schwangerschaftwoche.

Das Leben wie es ist: ein klinischer Fall hautnahe.

Alle Patienten bekommen von uns die gleiche Aufmerksamkeit, aber immer wieder gibt es welche, die dir besonders das Herz berühren und für lange Jahre in Erinnerung bleiben. Dieses süße Ehepaar gehört ohne Zweifel dazu.

Nicht in Spanien lebende Patienten ziehen es normalerweise vor, das erste Gespräch mit der Ärtzin am Telefon oder per Skype zu führen. Dieses Paar kam aber aus Stuttgart angereist, um die Klinik zu besichtigen und mich und das deutsche Koordinationsteam persönlich kennen zu lernen.

Als sie in das Sprechzimmer reinkamen, waren die Patienten sichtlich aufgeregt, aber auch glücklich sich all das Leiden von der Seele zu reden.

Wir sprachen über die einzelnen Schritte der Behandlung und die in ihrem Fall zu empfehlende Techniken: was ist ein Blastozystenstadium, inwiefern sich der EmbryoScope vom gewöhnlichen Inkubator unterscheidet, ob genetische Tests wie die Preimplantationsdiagnostik in ihrem Fall zu empfehlen sind.

Nach dem Gespräch gab der Patient eine frische Samenprobe ab, die für die Behandlung eingefroren wurde.

Künstliche heterologe Insemination

Mit einer Liste mit erforderlichen Untersuchungen in der Hand, verließen die Patienten unsere Klinik und fuhren mit dem Taxi zum Flughafen, da sie in wenigen Stunden den Rückflug nach Deutschland hatten.

Wenige Tage später hatten die Patienten ein Skype- Gespräch mit einer der Krankenschwestern, die sich um die Betreung der Spenderinnen kümmert. Dieses Gespräch war dazu nötig, damit sie die Patienten persönlich kennen lernen und somit die Auswahl der am besten passenden Spenderin garantieren werden konnte. Die Patienten hatten ihrerseits die Chance, gezielte Fragen zur Auswahl der Spenderin zu stellen und ihre Wünsche und Präferenzen bezüglich dem Aussehen der Spenderin zu äußern.

Die erste Phase einer Behandlung der Assiestierten Reproduktion ist die Durchführung bzw. die Zusendung von Voruntersuchungen. Die meisten davon sind Blutuntersuchungen (das große Blutbild, Blutgerinnung, Infektionskrankheiten wie Hepatis und Syphilies, etc). Bei Patientinnen über 40 fragen wir auch nach Mammographie und EKG.

Bis die Patienten alle Untersuchungen beisamen hatten, verging ungefähr ein Monat. Sobald die Liste komplett war und die Untersuchungen von mir geprüft wurden, konnte unsere Spenderabteilung nun mit der Suche nach der Spenderin anfangen. Die Videokonferenz mit den Patienten und die von ihnen zugeschickten Photos dienten uns dabei als Führung.

Die Spenderinsuche nahm in diesem Fall nur eine Woche in Anspruch, obwohl es manchmal je nach dem Typ der Patientin etwas länger dauern kann. Das freundliche Paar aus Stuttgart hat folgende Daten mitgeteilt bekommen: die Blutgruppe, die Augen- und Haarfarbe, die Größe

der Spenderin und der vorraussichtliche Tag der Eizellentnahme. Da die Eizellspende in Spanien streng anonym ist, kriegen die Patienten keine weiteren Daten mitgeteilt. Nach ein paar Tagen Überlegungszeit, nahmen die Patienten die Spenderin an.

Das ist ein Punkt in der Behandlung, wo alles auf einmal sehr schnell geht: es werden zwei Behandlungspläne erstellt: einer für die Patientin und der andere für die Spenderin. Die Menstruationszyklen der beiden Frauen werden meistens durch die Einnahme von Antibabypille aufeinander abgestimmt, danach abgesetzt und am zweiten Tag der Regelblutung fängt man mit der hormonellen Stimulation an.

Unsere Patientin aus Stuttgart habe ich Decapeptyl, Progynova, Asprin und Folsäure verschrieben und die Durchführung vom Scratch ( das Anritzen der Gebärmutterschleimhaut) empfohlen, um die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut zu verbessern und damit die Einnistugnschance des Embryos zu verbessern.

Nach 10 Tagen der Stimulation, ließ die Patientin einen Ultraschall machen und schickte uns den Bericht und die Bilder zu. Die Gebärmutterschleimhaut betrug 6.1 mm und hatte schöne, dreischichtige Struktur (am Tag des Embryonentransers lag die Dicke bei 8 mm). Nach Erhalt der Ultraschallergebnisse, wiesen wir die Patientin an, mit der Einnahme von Progesteron anzufangen.

Während dessen kam die Spenderin zur letzten Ultraschallkontrolle und der Termin der Eizellentnahme wurde bestätigt.

Am Tag der Eizellentnahme war es für die Patienten nicht nötig in die Klinik zu kommen, da der Patient ja bereits eingefrorenen Samen bei uns gelagert hatte. Der Samen wurde aufgetaut und in die Eizellen mikroinjekziert.

Am Tag nach der der Punktion haben wir die Patienten schriftlich darüber informiert, dass 9 von 12 entnommenen Eizellen erfolgreich befruchtet werden konnten. An darauf folgenden Tagen wurden die Patienten darüber informiert, wie die Entwickung von ihren Embryonen verlief und welche Quälität diese hatten.

Fünf Tage der nach Eizellentnahme, also am Tag 5 der embryonalen Entwicklung (Blastozystenstadium) wurde der Patientin ein Embryo übertragen.

Zwölf Tage nach dem Embryonentransfer, an einem Montag, sollte nun der Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Am Freitag davor ruf uns die Patientin an, weil bei ihr hellrote Schmierblutung aufgetreten sind. Eine Anpassung der Medikamente ist bei hellen Schmierblutungen nicht nötig, allerdings habe ich der Patientin ausdrücklich Bettruhe empfohlen. Nach dem positiven Schwangerschaftstest habe ich die Patientin angewiesen, wie sie nach und nach die Medikamente absetzten sollte.

Bis heute bleiben wir im Kontakt und freuen uns schon auf die Geburt der kleinen Lisa!

Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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