Kinderwunschbehandlung im Ausland

Was passiert mit den Embryonen, die nicht transferiert werden?

Was passiert mit den Embryonen

Was passiert mit den Embryonen, die nicht transferiert werden?

Nach einer IVF und besonders nach einer Behandlung mit Eizellspende bleiben immer
Embryonen übrig, die nach spanischer Gesetzgebung zwingend eingefroren und gelagert
werden müssen.

Da das Thema der eingefrorenen Embryonen für viele unserer ehemaligen Patienten
unverständlich und schwierig zu sein scheint, möchte ich im heutigen Artikel etwas näher auf
das Thema eingehen.

Welche Embryonen werden transferiert und welche eingefroren?

Die frisch entnommenen Eizellen – das können eigene und Spendereizellen sein – werden im
Labor mit Partnersamen bzw. dem Samen eines Spenders befruchtet. Je nach Patientenperfil
werden Techniken angewendet, die sich auf das Endergebnis – also auf die Embryonenqualität
– positiv auswirken sollen. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Techniken zur Verbesserung
der Samenqualität, der Einsatz eines hochmodernen Inkubators, der stabile
Entwicklungsbedingungen für die Embryonen gewährleistet (das EmbryoScope) oder die
Entwicklung von Embryonen bis zum Blastozystenstadium, das deren bessere Auswahl und
Beurteilung ermöglicht.

All diese Techniken dienen zur Verbesserung der Embryonenqualität und der Auswahl des
besten Embryos für den Transfer. Die Embryonen, die nicht transferiert werden, müssen
eingefroren werden, weil sie im Labor nicht länger überleben können.

Wie bereits erwähnt, sucht man für den Transfer immer das beste Embryo aus. Das bedeutet,
dass die restlichen Embryonen entweder von genauso guter oder von niedrigerer Qualiät sind.

Warum können die Embryonen nicht einfach entsorgt werden?

Die Embryonen, die nicht transferiert werden, müssen aus legalen Gründen eingefroreren
werden.
Wichtig ist zu verstehen, dass selbst wenn die Patienten diese Embryonen nicht mehr haben
möchten, können diese nicht einfach entsorgt werden, weil sie vom spanischen Gesetz als
Leben betrachtet werden. Das hat zur Folge, dass selbst wenn ihre „Eltern“ für sie keine
Verantwortung übernehmen möchten, diese Embryonen vom Gesetz geschützt sind und nicht
ohne Weiteres vernichtet werden können.

Künstliche heterologe Insemination

Dabei ist nicht von Bedeutung, ob diese Embryonen mit eigenen oder mit
Spendereizellen/Spendersamen geschaffen wurden. Die Patienten, für die diese Embryonen
geschaffen wurden, sind vom Gesetz dazu verpflichtet für sie Verantwortung zu übernehmen.

Welche Optionen gibt es für die Embryonen, nicht man nicht mehr haben will?

Wenn die Patientin schwanger wird oder keine weiteren Kinder haben möchte, gibt es zwei
Optionen, zwischen denen die Patienten aussuchen können: die krykonservierten Embryonen
können entweder zu reproduktiven Zwecken – das heißt an andere Paare – gespendet werden
oder vernichtet werden.

Beide Optionen erfordern bestimmte Handlungen seitens der Patienten. Will man die
Embryonen spenden, müssen sich die Patienten zusätzlchen Untersuchungen unterziehen,
denn sie werden nun vom Gesetz als Spender betrachtet. Nur wenn alle Untersuchungen in
Ordnung sind, können die Embryonen für die Spende freigegeben werden.
Die andere Option ist die Vernichtung von Embryonen. Wichtig ist zu verstehen, dass selbst
wenn die Patientin sich zum Beispiel aufgrund des Alters keiner Behandlung mehr unterziehen
kann, die Embryonen nicht ohne Weiteres vernichtet werden können.

Für die Vernichtung werden zwei Bescheinigungen von zwei Spezialisten benötigt, die erklären,
dass die Patientin den klinischen Anforderungen für die Ausübung einer Reproduktionstechnik
nicht erfüllt. Das heißt, dass zwei Ärzte bescheinigen müssen, dass eine weitere
Schwangerschaft für die Patientin aus medizinischen Gründen nicht zu empfehlen bzw. zu
riskant ist. Ohne das Vorliegen dieser Bescheinigungen und der entsprechenden
Einverständniserklärung, können die Embryonen nicht vernichtet werden.

Wichtig ist zu verstehen, dass diese kryokonservierten Embryonen in der Verantwortung der
Patienten liegen, für die sie geschaffen wurden und nicht in der Verantwortung der
Kinderwunschklinik, in der diese gelagert sind. Das heißt, dass alles was mit den Embryonen zu
tun hat – angefangen von Lagerungskosten bis zur Erfüllung bestimmer Anforderungen für die
Spende bzw. Vernichtung von Embryonen – von Patienten zu tragen ist.

Bis zu welchem Alter kann ich transferieren?

Obwohl es gesetzlich keine Altersbeschränkung gibt, befolgen die meisten
Kinderwunschkliniken in Spanien ein internes Protokoll, laut welchem der Embryonentransfer
nur bis zum Alter von 50 Jahren möglich ist. Dabei befolgt man die Empfehlung der Spanischen
Gesellschaft für Fruchtbarkeit (SEF).

Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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