Kinderwunschbehandlung im Ausland

Warum ist der Embryonentransfer am 5. der Embryonaletnwicklung besser?

Was ist ein Blastozyst?

Warum sollte der Embryonentransfer am 5. der Entwicklung durchgeführt werden?

Eine Behandlung der assistierten Reproduktion beginnt in der Regel mit einem persönlichen Erstgespräch und der Zusendung von Untersuchungen.

Anschlieβend folgt die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans, der auf die Bedürfnisse und Besonderheiten der Patienten zugeschnitten ist und der die Stimulation der Patientin bzw. die Stimulation der Spenderin und zeitgleiche Vorbereitung der Empfängerin enthält. Am Tag der Eizellentnahme der Patientin oder Spenderin werden die gewonnenen Eizellen befruchtet. Die entstandenen Embryonen werden drei bis fünf Tage lang im Labor in speziellen Inkubatoren kultiviert und beobachtet und anschließend in die Gebärmutter der Patientin eingesetzt.

Es hängt vor allem von der embryonalen Qualität ab, ob der Embryonentransfer an Tag 3 (Zellstadium) oder Tag 5 (Blastozystenstadium) durchgeführt wird.

Was ist ein Blastozyst?

Ein Blastozyst ist ein Embryo, der sich in einem fortgeschrittenem Entwicklungstadium befindet, das am fünften oder sechsten Tag nach der Befruchtung erreicht wird. Im Gegensatz zu den Embryonen am Tag 3 der Embryonalentwicklung, in dem die Embryonen aus etwa 8-10 Zellen bestehen, kann man in diesem Stadium, in dem der Embryo aus etwa 200 Zellen besteht, bereits die äußere Zellmasse (die zukünftige Plazenta) von der inneren Zellmasse (das zukünftige Baby) unterscheiden.

Der Vorteil des Transfers im Blastozystenstadium liegt vor allem darin, dass die Embryonen in dieser Phase weiter entwickelt sind und somit ihre Qualität besser beurteilt werden kann. So kann aus mehreren Embryonen anhand festgelegter morphologischer Kriterien, die die Qualität der inneren und der äuβeren Zellmasse berücksichtigen, der beste Embryo für den Transfer ausgewählt werden. Damit werden die Chancen auf eine erfolgreiche Einnistung erhöht.

Was ist der Nachteil des Transfers im Blastozystenstadium?

Bei der Entscheidung, die Embryonen zwei Tage länger im Labor zu kultivieren und den Transfer von Blastozysten durchzuführen, muss beachtet werden, dass zwischen dem dritten und fünften Tag der Embryonalentwicklung ein großer Sprung stattfindet. Während dieser Zeit der embryonalen Entwicklung reduziert sich in der Regel die Anzahl der vorhandenen Embryonen.

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Sind beispielsweise nur wenige Eizellen von niedriger Qualität (wie etwa bei Frauen ab 38. Lebensjahr) vorhanden, kann der Embryonentransfer im Zellstadium (Tag 3) in Betracht gezogen werden. Somit kann das Risiko vermieden werden, am Tag 5 keine Embryonen zum Transfer zur Verfügung zu haben.

Im Falle junger Patienten, mit einer guten Eizellreserve und guter Samenqualität, empfehlen wir jedoch ausdrücklich den Embryonentransfer im Blastozystenstadium. Die Embryonen, die im Labor dieses Stadium erreichen sind in der Regel von guter Qualität. Durch den Transfer eines starken Blastozysten erhöhen sich die Chancen auf eine Schwangerschaft erheblich.

Eine andere Behandlung, bei der ausdrücklich der Embryonentransfer im Blastozystenstadium empfohlen wird, ist die Eizellspende. Bei den Soenderinnen handelt es sich um junge und gesunde Frauen, die vor Beginn der Stimulation und vor ihrer Zulassung als Spenderinnen zahlreichen Untersuchungen unterzogen werden, um eine hohe Qualität der Eizellen zu garantieren. Die gute Eizellqualität kombiniert mit aufbereitetem Partner- oder Spendersamen ergibt in der Regel eine gute Anzahl an Embryonen, wodurch die Gefahr reduziert wird, dass am 5. Tag der Embryonalentwicklung keine Embryonen für den Transfer vorhanden sind. Gleichzeitig wird die natürliche Selektion und die morphologische Beurteilung der Embryonen ausgenutzt, um den besten Embryo für den Transfer auswählen zu können.

Wovon hängt das Einnistungspotenzial des Embryos ab?

Die Qualität des Embryos hängt ab von der Qualität beider Gameten, also Eizelle und Samenzelle. Nur wenn beide Zellen von guter Qualität sind entsteht auch ein genetisch gesunder Embryo.

Für die Einnistung ist nicht nur die Qualität des Embryos ausschlaggebend, sondern auch die Dicke und Struktur der Gebärmutterschleimhaut. Die Patientin wird durch die Einnahme verschiedener Hormone stimuliert, um eine gut aufgebaute Gebärmutterschleimhaut zu erreichen. Durch Ultraschalluntersuchungen und Kontrolle der Hormonwerte wird vor dem Transfer sichergestellt, dass der Embryonentransfer durchgeführt werden kann.

Stehen viele gute Blastozysten zur Verfügung, ist jedoch die Schleimhaut nicht gut aufgebaut oder die Hormonwerte liegen nicht im Normbereich, wird von einem Embryonentransfer abgeraten. Die Embryonen müssen in einem solchen Fall eingefroren werden und werden in einem späteren Moment transferiert.

Wie hoch sind die Erfolgsraten des Embryonentransfer im Blastozystenstadium?

Der Transfer im Blastozystenstadium zeichnet sich durch hohe Schwangerschaftsraten aus: bei Behandlungen mit eigenen Eizellen liegt die Erfolgsrate bei 50-60% und bei Behandlungen mit Eizellspende bei bis zu 80%. Diese hohen Werte erklären sich vor allem durch eine bessere Auswahl von Embryonen, deren Qualität im Blastozystenstadium besser beurteilt werden kann als am Tag 3 der Embryonalentwicklung.

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Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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