Kinderwunschbehandlung im Ausland

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Embryonentransfer?

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Embryonentransfer

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Embryonentransfer?

Der Embryonentransfer, mit dem die Behandlungen der assistierten Reproduktion enden, kann sowohl am dritten als auch am fünften Tag der Embryonalentwicklung stattfinden. Bei letzterem befindet sich der Embryo im sogenannten Blastozystenstadium.

Die Punktion und die Befruchtung von Eizellen.

Der Tag der Punktion wird als Tag 0 betrachtet. An diesem Tag werden die Eizellen der Patientin (bei einer IVF-Behandlung) bzw. der Spenderin entnommen und im Labor mit dem Samen des Partners oder eines Spenders befruchtet. Zur Befruchtung kann entweder die konventionelle In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder die ICSI-Technik (direkte Mikroinjektion einer Spermienzelle in die Eizelle) eingesetzt werden.

Nach der Befruchtung werden die Eizellen in einen Inkubator platziert, wo sie in den darauf folgenden Tagen von den Biologen beobachtet werden. Normalerweise werden die Embryonen dafür einmal täglich aus dem Brutkasten genommen und unter dem Mikroskop betrachtet. Manche Kinderwunschkliniken bieten ihren Patienten die Benutzung moderner Inkubatoren mit der sogenannten Time-lapse-Technik an, wie z.B. Embryoscope. Diese haben eine eingebaute Kamera, die alle fünf bis zehn Minuten Fotos von den Embryonen macht, die anschlieβend von den Biologen am Computer als

Video angesehen werden. Somit entwickeln sich die Embryonen unter stabilen Bedingungen während der ersten Tage im Labor und erleben beispielsweise keine Schwankungen des pH-Wertes oder der Temperatur, die ihre Entwicklung beeinträchtigen könnten.

Wie läuft die embryonale Entwicklung ab?

Am Tag nach der Eizellentnahme wir erkannt, wie viele der reifen Eizellen befruchtet werden konnten. Normalerweise bestehen die Embryonen an diesem Tag aus 2 Zellen. Zu diesem Zeitpunkt kann man noch nicht sehen, von welcher Qualität sie sind und wie sich die Embryonen entwickeln werden. Erst am zweiten Tag können die Biologen die Embryonen klassifizieren (normalerweise in 4 Kategorien, von gut bis mäβig) und eine Empfehlung abgeben, ob der Embryonentransfer am Tag 3 oder am Tag 5 stattfinden sollte. Dies ist abhängig von der Anzahl der erhaltenen Embryonen und Kriterien wie Anzahl der Zellen, Fragmentierungsgrad, etc. Normalerweise haben die Embryonen an diesem Tag 4 Zellen.

Ist der Embryonentransfer am 3. oder am 5. Tag zu empfehlen?

Abhängig von der Anzahl und der Qualität der Embryonen am 2. Tag der Entwicklung, entscheiden die Biologen, wann der beste Zeitpunkt für den Transfer ist. Sind am zweiten Tag der embryonalen Entwicklung eine hohe Anzahl von hochwertigen Embryonen vorhanden, empfehlen die Biologen generell, diese noch drei Tage im Inkubator zu lassen. Ab dem dritten Tag, an dem ein Embryo normalerweise aus 8 Zellen besteht, spielt der männliche Faktor (die Qualität der Samenprobe) eine wichtige Rolle in der embryonalen Entwicklung und der natürlichen Selektion der Embryonen. Aus diesem Grund gibt es häufig einen großen Sprung in der Entwicklung der Embryonen zwischen Tag 3 und Tag 5. Es besteht die Möglichkeit, dass mehrere Embryonen nicht ins Blastozystenstadium gelangen. Die Embryonen, die sich bis zum Blastozysten entwickeln, sind normalerweise von guter Qualität und haben höhere Chancen auf eine Einnistung als Embryonen imZellstadium (Tag 2 und 3).

Künstliche heterologe Insemination

Falls sich mehrere Embryonen am zweiten Tag ihrer Entwicklung blockieren oder sind nur wenige Embryonen von mittlerer oder niedriger Qualität vorhanden, besteht die

Möglichkeit, den Embryonentransfer am dritten Tag durchzuführen. So wird verhindert, dass die Patienten den Transfer nicht durchführen können, weil das Risiko besteht, dass sich die Embryonen nicht im Labor weiter entwickeln. Es gibt Vertreter der Theorie, dass die Embryonen in der Gebärmutter bessere Überlebenschancen haben als im Labor. Es muss jedoch auch gesagt werden, dass die Chancen einer Schwangerschaft mit Embryonen, die sich einem hochwertigen Labor nicht bis ins Blastozystenstadium entwickeln, gering sind, selbst wenn sie in einem frühen Stadium transferiert werden.

Üblicherweise werden ein oder zwei frische Embryonen transferiert, die übrigen lebensfähigen Embryonen werden eingefroren. Letztere können auf beinahe unbegrenzte Zeit gelagert werden, so dass sie für einen weiteren Versuch oder eine erneute Schwangerschaft transferiert werden können.

Gendiagnostik vor der Implantation

Wie bereits erwähnt, wird die Qualität der Embryonen generell auf morphologischer Ebene beurteilt, eventuell zusätzlich mit Hilfe der Time-lapse-Technik. Allerdings bedeutet es nicht automatisch, dass sich aus einem Embryo von guter Qualität auch ein gesundes Baby entwickeln wird. Die sogenannte Präimplantationsdiagnostik kann vor dem Transfer bestimmen, welche Embryonen einen normalen Karyotyp und somit höhere Chance auf eine Einnistung und ein gesundes Baby haben. Dabei werden die Embryonen im Blastozystenstadium biopsiert (es werden etwa 3-5 Zellen aus der äuβeren Zellmasse entnommen) und anschließend eingefroren. Nach Erhalt der Ergebnisse, die etwa 2 Wochen später eintreffen, wird die Patientin durch die Einnahme von Medikamenten auf den Transfer vorbereitet. Es werden die Embryonen eingesetzt bzw. vitrifiziert, die in dem genetischen Test als “gesund” eingestuft wurden.

Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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