Kinderwunschbehandlung im Ausland

Die Einfrierung von Embryonen bei Genetischer Präimplantationsdiagnostik

Die Einfrierung von Embryonen bei Genetischer Präimplantationsdiagnostik

Die Auswahl gesunder und lebensfähiger Embryonen wird immer wichtiger auf dem Gebiet der assistierten Reproduktion.

Eine der wichtigsten Techniken der Analyse und der Auswahl von Embryonen ist die genetische Präimplantationsdiagnosik (PID), bei deren Durchführung einige Zellen des Embryos entnommen und analysiert werden. Auf diese Weise findet man heraus, welche Embryonen genetisch gesund sind und sich am besten für den Embryonentransfer eignen. Die Präimplantationsdiagnostik wird für gewöhnlich zwischem dem 5. und dem 6. Tag der Embryonalentwicklung (also im Blastozystenstadium) durchgeführt. Da die Embryonen nicht länger als 5-6 Tage im Labor überleben müssen sie nach der Biopsie bis zum Erhalt der Ergebnisse eingefroren werden.

Warum friert man die Embryonen generell ein?

In der Regel werden die Embryonen in folgenden Situationen eingefroren:

– Wenn nach einer Behandlung mehrere Embryonen zur Verfügung stehen: in diesem Fall werden maximal die zwei besten Embryonen in die Gebärmutter der Patientin transferiert. Die anderen lebensfähigen Embryonen müssen in Spanien aus gesetzlichen Gründen eingefroren werden.

– Bei ovarieller Hyperstimulation: eine Hyperstimulation liegt vor, wenn die Patientin zu stark auf die verabreichten Medikamente reagiert. Von einem Embryonentransfer ist in diesen Fällen abzuraten, um Risiken während der Schwangerschaft zu vermeiden. Die Stimulation wird nach der Eizellentnahme abgebrochen und die Embryonen bis zum nächsten Zyklus eingefroren.

– Wenn der Embryonentransfer aufgrund persönlicher Umstände der Patientin verhindert wird.

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– Bei der Durchführung der genetischen Präimplantationsdiagnostik: da man auf die Ergebnisse 2 bis 3 Wochen warten muss, ist die Einfrierung von Embryonen erforderlich, da diese nicht länger als 5-6 Tage im Labor überleben.

Worin besteht die Embryonenbiopsie?

Die Entnahme der Zellen für die Durchführung der Präimplantationsdiagnostik (PID) kann entweder am dritten oder fünften Tag der Embryonalentwicklung im Labor stattfinden. Dank der PID erhält man genetische Information über den Embryo, wie beispielsweise seinen Chromosomensatz oder ob er Träger einer Erbkrankheit ist. Diese Information trägt dazu bei, dass die Biologen gesunde Embryonen für den Transfer auswählen können, dessen Einnistungspotenzial besonders hoch ist und die gute Chancen haben, sich zu einem gesunden Baby zu entwickeln.

Die Ausgangssituation für die Durchführung der Biopsie ist die Erschaffung des Embryos mittels der Zusammenführung der Eizell- und der Samenzelle. Der Prozess der Mikroinjektion (ICSI) findet im Labor am Tag der Eizellentnahme (Punktion) statt. In den darauf folgenden 3 bis 6 Tagen befinden sich die Embryonen in einem Inkubator, wo sie unter der Beobachtung der Biologen wachsen und sich entwickeln.

An welchem Tag der Embryonalentwicklung ist die Durchführung der Embryonenbiopsie zu empfehlen?

Die Durchführung der PID ist sowohl am 3. als auch am 5-6. Tag der Embryonalentwicklung möglich. Die Embryonenbiopsie am 5. Tag der Embryonalentwicklung ist eher zu empfehlen, da in dieser Phase die Lebensfähigkeit des Embryos weniger beeinträchtigt wird. Die Biopsie am Tag 3 ist nur möglich, wenn der Embryo mindestens 6 Zellen aufweist, damit die Entnahme einer Zelle für die genetische Analyse seine spätere Entwicklung nicht beeinträchtigt. Bei der Biopsie von Embryonen am 5-6. Tag ihrer Entwicklung, also im Blastozystenstadium, entnimmt man 4-5 Zellen der äußeren Zellschicht, die sich später zu der Plazenta entwickelt. Um die Biopsie durchzuführen wird mithilfe von Laser eine kleine Öffnung in der Membran der äußeren Zellschicht des Embryos gemacht und durch Aspiration die erforderliche Anzahl von Zellen entnommen. Die entnommen Zellen werden anschließend in einem Labor für Molekularbiologie und Genetik analysiert.

Wie bereits erwähnt, müssen die biopsierten Embryonen bis zum Erhalt der Ergebnisse eingefroren werden, da sie im Labor nicht länger als 6 Tage überleben können. Sobald man die Ergebnisse bekommt, werden maximal 2 gesunde Embryonen aufgetaut und in die Gebärmutter der Patientin eingesetzt. Die Patienten wird vorab durch die Einnahme von Medikamenten auf den Embryonentransfer vorbereitet. Die optimalen Bedingungen für den Embryonentransfer ist eine dreischichtige Gebärmutterschleimhaut von einer Mindestdicke von 7 mm. Um den Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft aus dem Weg zu gehen, wird der Transfer eines einzigen gesunden Embryos angestrebt, der nicht nur genetisch gesund ist, sondern auch ein hohes Einnistungspotenzial aufweist. Dank des Transfers eines einzigen genetisch gesunden Embryos hat man gleich hohe Schwangerschaftschancen, man reduziert aber erheblich die Risiken der Schwangerschaft sowohl für die Mutter als auch für das Kind.

Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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