Fragen zur weiblichen Fertilität

Sport und Fruchtbarkeit

Weibliche Fertilität und Sport

Sport und Fruchtbarkeit

 

Menschliche Fruchtbarkeit hängt von vielen Faktoren ab. Einige Faktoren sind uns allen durchaus bewusst: wir wissen, dass sowohl weibliche als auch männliche Fertilität mit dem Alter abnehmen. Außerdem wissen wir, dass die Ernährung und der Lebensstil die Fruchtbarkeit sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können.

Was ist aber mit Sport? Sport tut doch immer gut, oder?

Im heutigen Artikel wollen wir uns mit dem Thema Sport und seinem Einfluss auf die Fruchtbarkeit auseinandersetzen.

 

Sport und Babywunsch

 

Der Sport ist zweifelsohne eine gesunde Gewohnheit. Sportlich aktiv zu sein hilft uns dabei unsere Insulinausschüttung anzuregen und unseren Hormonhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Ein aktiver und gesunder Lebensstil hält unseren Körperfett im Normbereich, denn zu viel Fett kann Östrogenüberschuss zur Folge haben, was sich negativ auf die Fertilität auswirkt.

Nichtsdestotrotz, kommt es bei Sport wie bei so vielen Dingen auf die richtige Dosis an: sowohl ein zu intensives Training als auch die völlige Abwesenheit körperlicher Aktivitität kann zu einem ersthaften Hindernis auf dem Weg zur Erfüllung unseres Kinderwunsches werden.

So leiden Topathletinnen oft nicht nur an extremer Schlankheit, sondern auch an Zyklusschwankungen, wodurch die Entstehung einer Schwangerschaft auf natürlichem Weg unheimlich erschwert, wenn nicht gänzlich unmöglich wird.

 

Körpergewicht und Kinderwunsch

 

Der Body-Mass-Index (BMI) und Kinderwunsch stehen in einem engen Zusammenhang miteinander, denn sowohl ein starkes Über- als auch Untergeswicht zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt führen kann.  Ein hormonelles Ungleichgewicht hat zur Folge, dass der weibliche Zyklus auseinandergerät. Dadurch wird der natürliche Prozess des Eisprunges behindert und eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg sehr erschwert wird.

Zu den Anzeichen von Hormonstörungen gehören starke Gewichtsschankungen, Schwankungen des Blutzuckerspiegels, der Insulin- bzw. Schilddrüsen werden. Von großer Bedeutung ist also, auf den eigenen Körper zu achten und sich rechtzeitig mit einem Spezialsiten zu beraten, wenn man bestimmte Abweichungen feststellt.

Eine gesunde Ernährung und eine mäßige Sportaktivität sind also der Schlüssel zu einem gesunden Hormonhaushalt und der Erfüllung des Kinderwunsches.

Der Weg zur Erfüllung des Kinderwunsches ist nicht mehr einfach. Manchmal braucht man eben etwas länger, um schwanger zu werden, ohne das man zwingend Fertlilitätsprobleme haben muss. Manchmal ist es ausreichend, den eigenen Lebensstil zu verändern, um schwanger zu werden.

Oft liegen Fertlitätsprobleme aber doch vor und da ist es wichtig, nicht zu lange zu warten und sich an einen Fertilitätsspezialisten zu wenden. Je älter das Paar, desde weniger sollte man warten, bis man Hilfe sucht.

 

Welche Chancen habe ich in meinem Alter noch schwanger zu werden?

 

Zur Bestimmung der weiblichen Fertilität ist die Durchführung folgender Untersuchungen erforderlich: ein Ultraschall mit Antralfollikelzählung und ein Bluttest zur Bestimmung des Anti-Müller-Hormons. Mit diesen zwei Werten kann die weibliche Fruchtbarkeit ziemlich genau abgeschätzt werden.

Außerdem spiel das Alter einer Frau eine unheimlich große Rolle. Ab 35. Lebensjahr reduziert sich drastisch nicht nur die Anzahl, sonder auch die Qualität von Eizellen. Das heißt, dass man mit 40 Jahren durchaus noch Eizellen haben kann, allerdings von eher bescheidener Qualität. Aus diesem Grund empfehlen wir vor allem Frau ab 35 Jahren etwa ein halbes Jahr zu versuchen auf natürlichem Weg schwanger zu werden und sich anschließend an einen Fertilitätspezialisten zu wenden, denn ab diesem Alter zählt wirklich jeder Monat.

 

Für wen ist eine IVF-Behandlung mit eigenen Eizellen noch sinnvoll?

 

Die Zielgruppe der In-Vitro-Befruchtung mit eigenen Eizellen sind Frauen bis etwa Anfang 40. Die oben erwähnte Reduzierung der Eizellqualität und Anzahl darf dabei nicht vergessen werden. Außerdem soll beachtet werden, dass jeder Körper anders ist. Manche Frauen werden problemlos mit Ende 30 noch mit eigenen Eizellen schwanger. Andere dagegen haben Probleme bereits mit Anfang 30.
Unsere Empfehlung lautet daher, sich mit dem Kinderwunsch so früh wie möglich auseinander zu setzen und sich ein genaues Bild über die eigene Fertilität zu verschaffen. Allen jungen Frauen, die noch nicht wissen, ob und wann sie Kinder haben möchten, empfehlen wir ausdrücklich die Einfrierung von Eizellen (das sogenannte Social Freezing), wozu man in Spanien keinen medizinischen Grund benötigt. Damit stellt man sicher, dass die eigenen eingefrorenen Eizellen nicht altern und man auf sie zugreifen kann, falls man später in der Zukunft Probleme haben sollte, auf natürlichem Weg schwanger zu werden.

Wenn Sie Fragen an mich haben, zur Fertilität generell oder zu Ihrem konkreten Fall, können Sie mich gerne anschreiben.

 

Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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