Fragen zur weiblichen Fertilität

Kryokonservierung von Eizellen – Die wichtigsten Fakten

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Kryokonservierung von Eizellen – Die wichtigsten Fakten

Wie leben in einem Zeitalter, in dem uns eine riesige Menge an Informationen frei zur Verfügung steht. Dies kann jedoch auch dazu führen, dass wir von diesem Informationsfluss überwältigt werden.

Es kann sehr schwer sein, zu unterscheiden, was wahr ist und was nicht, und wir können uns leicht verloren fühlen, wenn wir nicht wissen, wo hochwertige Information zu finden ist.

Was Fragen über die Fruchtbarkeit angeht, ist man heutzutage so verloren wie noch nie. Romantische Hollywood-Geschichten wollen uns glauben lassen, dass eine Frau über 40 problemlos schwanger werden kann. Viele Frauen leben jahrelang in diesem Glauben, und merken erst zu spät, dass sie Schwierigkeiten haben, mit eigenen Eizellen schwanger zu werden.

Die Frage, die es an dieser Stelle zu beantworten gilt, ist nicht, ob man in einem Alter von über 40 Jahren schwanger werden kann, sondern, unter welchen Bedingungen das möglich ist. In unserer Klinik behandeln wir Frauen bis zum 50. Lebensjahr. Die Gebärmutter altert, im Gegensatz zu den Eizellen, sehr viel langsamer und ermöglicht daher im Normalfall die Austragung einer Schwangerschaft auch in etwas höherem Alter als es die eigenen Eizellen erlauben. Zu beachten ist allerdings, dass die meisten Kinder, die bei diesem mütterlichen Alter geboren werden, aus einer gespendeten Eizelle entstanden sind. Ausnahmen dazu bilden die Möglichkeiten, dass eigene Eizellen oder Embryonen aus vorhergehenden Behandlungen kriokonserviert wurden.

Bis zu welchem Alter ist eine Schwangerschaft mit eigenen Eizellen möglich?

Wenn man ein Grenzalter nennen will, ab wann wir definitiv eine Behandlung mit Eizellspende empfehlen, dann ist es ab dem 43. – 44. Lebensjahr.

Davor ist eine Schwangerschaft mit eigenen Eizellen rein theoretisch noch möglich, obwohl die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zu bekommen, sehr gering ist und bei jedem Paar von vielen verschiedenen individuellen Faktoren abhängt.

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Es muss beachtet werden, dass die Qualität der Eizellen ab einem Alter von 35-38 Jahren langsam, aber kontinuierlich abnimmt, und sich somit die Chancen einer Schwangerschaft nach und nach vermindern.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Kryokonservierung von Eizellen?

Der beste Moment, Eizellen einfrieren zu lassen, ist vor dem 35. Lebensjahr. Danach beginnt die Qualität der Eizellen abzunehmen, zuerst langsam, und ab 38-39 Jahren schneller. Die Kryokonservierung von Eizellen ist eine gute Option sowohl für Frauen, die die Mutterschaft aus verschiedenen Gründen aufschieben möchten als auch für diejenigen, die sich z.B. aufgrund einer Krebserkrankung einer agressiven Behandlung unterziehen müssen, die unter anderem die Fruchtbarkeit schädigen kann.

Wie werden die Eizellen eingefroren?

Die Behandlung zur Kryokonservierung der Eizellen besteht aus drei Phasen: hormonelle Stimulation der Eierstöcke, Eizellentnahme durch Punktion und die anschlieβende Kryokonservierung der entnommenen Eizellen.

In ProcreaTec läuft die Kryokonservierung der Eizellen folgendermaβen ab:

Nach einem kostenlosen Erstgespräch und Beratung durch den Arzt führt die Patientin in ihrem Heimatland oder in unserer Klinik einige grundlegende Voruntersuchungen durch, bei denen unter anderem die ovarielle Reserve überprüft wird. Anschließend wird, entsprechend der ovariellen Reserve, der Voruntersuchungen und der Vorgeschichte der Patientin, ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Die Behandlung beginnt mit Einsetzen der Regelblutung. Nach einem ersten Kontrollultraschall beginnt die Stimulation mit subkutanen Hormoninjektionen. Diese bewirken, dass möglichst viele Follikel gleichzeitig wachsen. Durch Ultraschallkontrollen alle 2-3 Tage wird der Effekt der Medikamente überprüft und bei Bedarf angepasst. Die Stimulation dauert im Regelfall 10-12 Tage und erfordert 3-4 Kontrollen. Die Behandlung mit Hormonen wird normalerweise sehr gut vertragen, die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopf- oder Bauchschmerzen, Spannungsgefühl, Übelkeit oder Reizbarkeit.

Sobald die Follikel groß genug sind und etwa 17-20 mm messen, wird die Punktion programmiert. Dieser Eingriff dauert etwa 15-30 Minuten und wird im Operationssaal unter intravenöser Narkose durchgeführt. Dabei werden mithilfe einer langen, feinen Nadel und unter ständiger Ultraschallkontrolle die Eizellen vaginal entnommen. Am Tag der Eizellentnahme empfehlen wir den Patientinnen, sich auszuruhen und, falls möglich, noch eine Nacht vor Ort zu bleiben.

Die entnommenen Eizellen werden von den Biologen untersucht. Im Anschluss werden die reifen Eizellen mithilfe von Flüssigstickstoff eingefroren und bei einer Temperatur von unter 196 ºC gelagert.

Die Lagerzeit der Eizellen ist so gut wie unbegrenzt, wobei beachtet werden muss, dass nach Ablauf einer bestimmten Lagerungsfrist (bei ProcreaTec sind das 5 Jahre) eine jährliche Lagergebühr bezahlt werden muss und die Eizellen für eine Behandlung bis zum 50. Lebensjahr der Patientin verwendet werden können.

Wird durch die Kryokonservierung die Qualität der Eizellen beeinträchtigt?

Wie gut die Eizellen die Vitrifizierung überstehen, hängt vor allem von der technischen Ausstattung der Klink und der Qualität der Eizellen im Moment der Entnahme ab. In der Regel gilt, dass Eizellen einer Frau unter 35 Jahre eher gute Qualität haben und diese mit ansteigendem Alter kontinuierlich abnimmt. Es spielen jedoch auch individuelle Faktoren wie die Eizellreserve eine Rolle.

Da die eingefrorenen Eizellen auf beinahe unbegrenzte Zeit aufbewahrt werden können, kann der Zeitpunkt für die Mutterschaft bewusst ausgewählt werden. Die Eizellen werden dann aufgetaut und mithilfe von in vitro-Fertilisation oder ICSI-Technik befruchtet. Falls die Patientin bereits auf natürlichem Weg schwanger geworden ist oder die Eizellen aus anderen Gründen nicht verwenden möchte, können diese entweder gespendet oder vernichtet werden, wobei strenge rechtliche Anforderungen zu erfüllen sind.

Wie viele Eizellen sollten kryokonserviert werden, um eine Schwangerschaft zu erreichen?

Die Anzahl der Eizellen, die erforderlich sind, um durch IVF/ICSI-Behandlung schwanger zu werden, ist stark von individuellen Faktoren abhängig. So spielen beispielsweise das Alter und die ovarielle Reserve der Patientin, Vorerkrankungen oder die Samenqualität des Partners eine Rolle.

Generell kann man einschätzen, dass eine Frau unter 35 Jahren mit 12 reifen Eizellen etwa zu 70% schwanger wird, mit 20 reifen Eizellen etwa zu 80%. Mit zunehmenden Alter sinkt die Wahrscheinlichkeit, bei Frauen ab 40 Jahren liegt sie bei 30% mit 12 reifen Eizellen bzw. bei 40% mit 20 reifen Eizellen. Je nach Verlauf des Zyklusses und der Anzahl der enthaltenen Eizellen empfehlen wir manchmal den Patientinnen, mehrere Behandlungszyklen durchzufühen, um eine gute Anzahl an reifen Eizellen aufbewahren zu können.

Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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