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Krankheitsübertragung während der Schwangerschaft

Krankheitsübertragung: die Gefahr der Ansteckung während der Schwangerschaft

 

Eine Schwangerschaft ist eine wundervolle, aber auch sorgenvolle Zeit, denn man möchte das Baby vor allen möglichen Gefahren schützen. Im heutigen Artikel möchte ich darauf eingehen, welche Krankeiten während der Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden können und welche Vorsichtsmaßnahmen man treffen kann, um das zu vermeiden. Dabei möchte ich mich auf die bekanntesten Krankheiten konzetrieren.

Zuallererst, möchte ich an dieser Stelle zwischen einer natürlichen Schwangerschaft und einer Schwangerschaft mittels Reproduktionsmedizin unterscheiden. Wird eine Frau auf natürlichem Wege schwanger, ist sie sich dessen oft erst in der 2 – 3 Schwangerschaftswoche bewusst. Das hat zur Folge, dass sie sich in dieser Zeit unbewusst mit Krankheiten anstecken kann, die für den Fetus gravierende Folgen haben können. Diese Art von Krankheitenübertragung wird als vertikale Transmission bezeichnet. Um dies zu vermeiden, sollte die Schwangerschaft zeitig geplant werden. Auf diese Weise können diese Art von Risiken durch bestimmte Maßnahmen wie z.B. Impfungen vermieden werden.

In der Reproduktionsmedizin, werden vor jeder Behandlung zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob Patienten an einer aktiven Infektion bzw. Krankheit leiden, die für das Kind während der Schwangerschaft eine Gefahr darstellen könnten. Auf diese Weise werden beide Eltern optimal auf die zukünftige Schwangerschaft vorbereitet.

 

Toxoplasmose: der Moment der Ansteckung ist fundamental

 

Die Gefahr der Toxoplasmose reduziert sich auf den Zeitpunkt der Ansteckung, denn diese Infektion ist nur gefährlich, wenn sich die Frau etwa sechs Wochen vor der Schwangerschaft oder während der Schwangerschaft ansteckt.  Dabei sprechen wir vor allem von der Erstinfektion, denn wenn sich die Ansteckung zu einem früheren Zeitpunkt produziert, entwickelt der Körper in der Regel Toxoplasmose- Antikörper und schüzt das Baby vor Ansteckung.

 

Röteln: besonders gefährlich in den ersten Schwangerschaftswochen

 

Eine Rötelinfektion ist vor allem für Frauen in den ersten 12 Schwangerschaftswochen gefährlich, denn eine Ansteckung in dieser Zeit kann gravierende Folgen, wie Seh- und Hörbeeinträchtigung, für die Entwicklung des Embryos haben.

Auch hier gilt der Ratschlag: die Schwangerschaft zeitig planen. Eine rechtzeitige Schutzimpfung kann Ihnen unnötige Sorgen ersparen.  Sind Sie Patientin einer Kinderwunschklinik, sind Sie in dem Sinne etwas besser geschützt, da alle Patientinnen vor Beginn der Behandlung auf Röteln getestet werden. Sollte eine Rötelinfektion vorliegen, verschiebt man den Stimulationsbeginn entsprechend, um diese zu behandeln.

Sonstige bekannte Kinderkrankheiten wie Masern oder Windpocken können für Erwachsene, besonders aber für schwangere Frauen gefährlich sein und schwerwiegende Folgen für die Entwicklung des Fetus haben. Sollten Sie diese Infektionen nicht hinter sich haben, bitte lassen Sie sich rechtzeitig impfen.

 

Hepatits – B  in der Schwangerschaft

 

Bei HBV handelt es sich um einen viralen Infektionserreger, der über Blut und sonstige Körperflüssigkeiten wie Speichel, Samen, Scheidenflüssigkeit, Urin, Tränen oder Muttermilch übertragen wird. Abgesehen von den offensichtlichen gesundheitlichen Folgen für die Mutter, kann Hepatitis B während der Schwangerschaft, bei der Geburt (etwa 70-95%) oder auch beim Stillen (etwa 5%) auf das Kind übertragen werden. Die größte Ansteckungsgefahr für das Baby besteht vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel und während des Geburtsvorgangs. Die wirksamste Schutzmethode gegen HBV ist eine Impfung.

 

HIV-positive Schwangere

 

Die schlechte Nachricht ist, dass die Infektion des Kindes auf vielen Wegen möglich ist: sowohl in der Schwangerschaft als auch während der Geburt und der Stillzeit, wobei beachtet werden soll, dass die Ansteckungsgefahr kurz vor/während der Geburt und in der Stillzeit besonders hoch ist.

Die gute Nachricht ist, dass heutzutage alle Schwangere auf HIV getestet werden, so dass man entsprechend vorbereitet sein kann, um das Infektionsrisiko zu senken.  Ist die Schwangere HIV-positiv, empfiehlt man ausdrücklich eine Geburt per Kaiserschnitt, weil dadurch die Ansteckungsgefahr auf etwa 2% reduziert wird. Vom Stillen wird bei HIV-positiven Frauen ausdrücklich abgeraten, denn die Ansteckungsgefahr des Säuglings liegt zwischen 7 und 22%. Abgesehen davon, gibt es viele sonstigen Maßnahmen, um das Risiko der Ansteckung des Kindes maximal niedrig zu halten. Es ist also unerlässlich sich vor der Schwangerschaft zu informieren und über mögliche Risiken Bescheid zu wissen.

Die gesundheitlichen Folgen von oben erwähnten Krankheiten sind sowohl für die Mutter als auch für das Kind sehr bedeutend. Das Beste, was Sie machen können, um sich selbst und das zukünftige kleine Leben von diesem Leid zu schüzten, ist die Schwangerschaft im Voraus zu planen und sich rechtzeitig impfen zu lassen.

 

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Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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