Fragen zur weiblichen Fertilität

Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum polyzystischen Ovarialsyndrom.

Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum polyzystischen Ovarialsyndrom.

Die Fragen zum polyzystischen Ovarialsyndrom sind zahlreich.

In diesem Artikel werde ich versuchen, auf die am häufigsten gestellte Fragen zu antworten.

Was ist das polyzystische Ovarialsyndrom?

Frauen mit der Diagnose polyzystisches Ovarialsyndrom haben zu viele männliche und zu wenige weibliche Hormone, was dazu führt, dass der Eisprung unregelmäßig ist. Wenn diese hormonelle Störung nicht behandelt wird, kann der ganze Organismus auf verschiedene Weisen beeinträchtigt werden. So erhöht sich beispielweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Unfruchtbarkeit.

Wodurch wird das polyzystische Ovarialsyndrom verursacht?

Die genaue Ursache ist nicht bekannt, es wird jedoch oft eine familiäre Häufung beobachtet. Es gibt derzeit mehrere wissenschaftliche Ansätze, die die genetischen Grundlagen dieser Veränderungen untersuchen. Auβerdem werden Umwelteinflüsse und die Ernährung als Ursachen in Betracht gezogen.

Wie wird das polyzystische Ovarialsyndrom diagnostiziert?

Das polyzystische Ovarialsyndrom kann sehr verschiedene klinische Auswirkungen haben, die stark vom Hormospiegel jeder Frau abhängen. Seit den 90er Jahren wird versucht, einheitliche Kriterien zur Diagnose des Syndroms festzulegen. 2003 hat eine Gruppe von Wissenschaftlern beim Rotterdam Consensus Workshop das polyzystischen Ovarialsyndrom definiert als eine Dysfunktion der Eierstöcke, begleitet von Hyperandrogenämie (Beeinträchtigung der männlichen Hormone) und morphologischen Kriterien im Ultraschall (es zeigen sich zahlreiche Follikel, die perlenkettenartig nebeneinander liegen).

Zur Diagnose des polyzystischen Ovarialsyndroms müssen folgende Symptome vorliegen:

1. Unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutung.
2. Hohe Spiegel an männlichen Hormonen oder damit zusammenhängende Symptome wie vermehrte Körperbehaarung oder Haarverlust.
3. Zahlreiche kleine Zysten in einem oder beiden Eierstöcken.

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Stimmt es, dass alle Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom übergewichtig sind?

Nein. Es gibt zahlreiche Studien mit einer groβen Bandbreite an ethnischen Gruppen. Diese zeigen, dass etwa die Hälfte der Frauen übergewichtig oder fettleibig sind.

Haben normalgewichtigen Frauen weniger Problema, schwanger zu werden.
Ja. Ihre Hormonwerte liegen eher im Normbereich und die klinischen Auswirkungen des polyzystischen Ovarialsyndroms kommen daher weniger stark zum Vorschein.
Wie hoch ist das Anti-Müller-Hormon bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom?
Das Anti-Müller-Hormon (AMH) gibt Ausschluss über die Eizellreserve einer Frau und kann in jedem Moment des weiblichen Zykluses gemessen werden. Es wird in den Follikeln produziert und ist daher bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom, die keinen regelmäβigen Eisprung und deshalb generell einen Überschuss an Eizellen haben, deutlich erhöht. Obwohl meistens hohe AMH-Spiegel vorliegen hat sich in einer Metaanalyse von 2014 gezeigt, dass dieser Wert keine Aussagekraft hat über das Erreichen einer Schwangerschaft durch Kinderwunschbehandlungen.

Gibt es besondere Maßnahmen, die zu beachten sind, bevor man versucht, schwanger zu werden?

Generell sollte man sich möglichst gesund ernähren, wenig Alkohol und Koffein konsumieren, nicht rauchen und, falls nötig, Gewicht verlieren. Außerdem ist es ratsam, sich durch einen Arzt über die Einnahme von verschiedenen Vitaminen beraten zu lassen – beispielsweise sollte der Vitamin D-Spiegel im Normbereich liegen-, zwischen sieben und neun Stunden zu schlafen und Stress möglichst zu vermeiden.

Was sollte eine Frau mit polyzystischem Ovarialsyndrom während der Schwangerschaft beachten?

Frauen mit polyzystischem Ovarialzyndrom haben ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck, Frühgeburten und Kaiserschnitte. Es sollte eine gründliche Kontrolle des Blutzuckers und der Ernährung erfolgen. Auβerdem sollte die Schwangere aktiv bleiben und – in Absprache mit dem betreuenden Arzt – regelmäβig Sport treiben. Mit regelmäβigen Kontrollen sind die Chancen auf einen normalen Ablauf der Schwangerschaft und und ein gesundes Baby sehr hoch.

Quellenverzeichnis:

1- Revised 2003 consensus on diagnostic criteria and long-term health risks related to polycystic ovary syndrome. The Rotterdam ESHRE/ASRM-Sponsored PCOS Consensus Workshop Group. January 2004. Volume 81, Issue 1, Pages 19–25
2- Antimüllerian hormone as predictor of implantation and clinical pregnancy after assisted conception: a systematic review and meta-analysis. Tal R, Tal O, Seifer BJ, Seifer DB. January 2015 Volume 103, Issue 1, Pages 119–130.e3

Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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