Fragen zur männlichen Fertilität

Die Rolle des Mannes bei Fertilitätsbehandlungen

Die Rolle des Mannes bei Fertilitätsbehandlungen

Die Rolle des Mannes bei Fertilitätsbehandlungen

Der Rolle der Frau in einer Schwangerschaft hat man schon immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als der Rolle des Mannes.

Vor allem, wenn es darum ging, jemanden für das Ausbleiben dieser Schwangerschaft verantwortlich zu machen. Diese Vorurteile der Frau gegenüber hinsichtlich der Schwangerschaft werden heutzutage, trotz der vielen Errungenschaften der feministischen Bewegung, leider weiterhin gelebt.

Allerdings, hat uns die Reproduktionsmedizin in dieser Hinsicht Besseres gelehrt. Laut den Statistiken der Kinderwunschklinik ProcreaTec, sind die Gründe für die Unfruchtbarkeit eines Paares zum gleichen Teil sowohl auf männlichen als auch auf den weiblichen Urspung zu führen.

Die Bedeutung des Samens in der Embryonalentwicklung

Die Samenqualität ist bereits ab dem dritten Entwicklungstag (in der Reproduktionsmedizin also noch im Labor) für die Entwicklung eines Embryos entscheidend. Ist die Samenqualität schlecht, schafft ein großer Prozentsatz der Embryone es nicht bis zum Blastozystenstadium (Tag 5-6 der Embryonalentwicklung). Wenn doch, kann eine unzureichende Samenqualität die Einnistung des Embryos verhindern oder im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen. Die Entwicklung und die Gesundheit des Kindes hängt damit auch unmittelbar zusammen.

Da die Samenqualität, unter anderem, vom Alter und dem Lebensstil des Mannes abhängt, kann sie zum Teil durch bewusste Entscheidungen der betroffenen Person beeinflusst werden. Die Entscheidungen, die ein Mann im Laufe seines Lebens trifft, sind natürlich entscheidend. Nichtsdestotrotz, stellt die Reproduktionsmedizin einige Techniken zur Verfügung, um die Samenqualität richtig einschätzen zu können und gute Spermatozoiden für die Befruchtung von Eizellen auszuwählen.

Die Qualitätsbeurteilung der Spermien

Das Spermiogramm gehört zur Basisdiagnostik, unverzichtbar für alle Fertilitätsbehandlungen. Dabei untersucht man die Samenprobe unter dem Mikroskop und analysiert die Spermienanzahl, Spermiendichte, Spermienform und Spermienbeweglichkeit. Hierbei handelt es sich um Kriterien, die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegt wurden. Da es sich aber um augenscheinliche Gesundheit der Spermien handelt, ist ein gutes Spermiogramm nicht ausreichend, um über die Reproduktionsgesundheit des Mannes im Klaren zu sein.

Warum ein gewöhnliches Spermiogramm nicht ausreicht

Aus diesem Grund empfehle ich stets eine weiterführende diagnostische Maßnahme – den DNA Fragmentationstest im Samen. Dieser Test untersucht das Erbgut (also die DNA) in den Samenköpfchen auf Inaktheit. Oft kommt es vor, dass selbst bei Männern mit einem normalen Spermiogramm eine hohe Fragmentation – das doppelsträngige DNA-Molekül ist also an mehreren Stellen beschädigt – festgestellt wird. Ist das so, können damit das Ausbleiben der Schwangerschaft oder wiederholte Fehlgeburten erklärt werden.

Ist es möglich die Samenqualität zu verbessern?

Obwohl man heutzutage – mit aktuell existierenden Behandlungsmethoden und Medikamenten – die Samenqualität nicht entscheidend verbessern kann, kann sie durch die Einnahme bestimmter Wirkstoffe doch positiv beeinflusst werden. Meinen Patienten aus dem Ausland empfehle ich daher immer, nach Spanien zu reisen und eine Samenprobe vor Ort abzugeben, so dass wir diese im Labor untersuchen können. Diese Information ist für mich unerlässlich, um die Umstände der Patienten richtig beurteilen und eine Empfehlung bezüglich der richtigen Behandlungsmethode geben zu können.

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Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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