Fertilität

Ist mein Immununsystem die Ursache unserer Kinderlosigkeit?

Ist mein Immunsystem die Ursache unserer Kinderlosigkeit?

 

Welche Rolle spielt die Immunologie in der Reproduktionsmedizin? Im heutigen Artikel möchte ich eine allgemeine Übersicht zu diesem Thema geben.

Die Immunologie ist ein Teilbereich der Biologie und befasst sich mit den Grundlagen des biologischen und biochemischen körperlichen Abwehrs gegen Krankheitserreger und Fremdkörper.

Welche Rolle spielt die Immunologie in der Reproduktionsmedizin? Eine unheimlich wichtige, denn die Abwehrkräfte der Frau können die Schwangerschaft, unter Umständen, in Gefahr bringen. Das liegt daran, dass bei einem Embryotransfer in die Gebärmutter der Frau ein genetisches Material eingeführt wird, das dem Körper der Frau zu 50% genetisch und immunologisch fremd ist. Auf Grund dessen kann es zu zahlreichen Problemen kommen, die eine Schwangerschaft gefährden können.

Aus diesem Grund spielt die Immunologie in der Reproduktionsmedizin eine wichtige Rolle und ist aktuell der Gegenstand zahlreicher Studien.

 

Inmunologische Tetsts bereits vor dem ersten Embryotransfer?

 

Handelt es sich um die erste Fertilitätsbehandlung und gibt es in der medizinschen Vorgeschichte der Patientin keine Anzeichen eines immunologiebegründeten Implantationsversagens, ist von immunologischen Tests erstmal abzuraten, um sich unangehneme Überraschungen zu ersparen.

Jede Art von Untersuchungen und Tests kann irrtümmlicherweise ein positives oder ein negatives Ergebnis ergeben. So ist es zum Beispiel wahrscheinlich, dass wenn gesunde Personen auf Immukrankheiten getestet werden, man ein falsches positives Ergebnis bekommt.

Die beste Lösung, um diese Art von Überraschungen zu vermeiden, ist alle Tests auf  klinischer Vorgeschichte der Patienten zu basieren, wenn also ein medizinisch begründeter Verdacht besteht. Im Bereich der Reproduktionmedizin wäre Implantationsversagen oder wiederholte Fehlgeburten eine gute Indiz dafür.

Dazu kommt noch der Kostenfaktor, denn diese Art von Untersuchungen sind teuer.  Die Vermeidung unnötiger Tests kann also nicht nur dem seelischen Wohlbefinden, sondern auch dem Geldbeutel zugute kommen.

 

 

Mögliche Ursachen für Implantationsfehler und Fehlgeburten

 

Bei Implantationsfehlern und wiederholten Fehlgeburten denkt man zuallernächst an genetische Ursachen. Um die Genetik als mögliche Ursache auszuschließen, kann entweder der Karyotyp bei den zukünftigen Eltern bestimmt werden oder, wenn Embryonen bereits vorhanden sind,  kann man diese mithilfe der Genetischen Präimplantationsdiagnostik (PGT-A) analysieren.

Weitere Gründe für Fehlgeburten sind Gerinnungsprobleme oder Fehlbildungen bzw. anatomische Veränderungen in weiblichen Reproduktionsorganen wie bsw. Hydrosalpinx.

Die subklinische Hypothyreose ist eine weitere häufige Ursache für wiederholte Fehlgeburten und Implantationsfehler.

Obwohl die Rolle der Immunologie in der Reproduktionsmedizin an Bedeutung zunimmt, werden nur wenige Patienten einer komplexen immunologischen Untersuchung unterzogen. Die häufigsten Ursachen der Infertilität sind nicht immunologischer Natur und können mithilfe üblicher Fertilitätsmethoden gelöst werden.

 

Ist mein Immununsystem die Ursache unserer Kinderlosigkeit?

 

Ob Ihre Immunsystem der Grund für Ihre Kinderlosigkeit ist, kann bereits durch die Analyse Ihrer medizischen Vorgeschichte erahnt werden. Haben Sie mehrere Fehlgeburten erlitten bzw. haben mehrere erfolglose Fertilitätsbehandlungen hinter sich, wird im Laufe der Beratung mit dem Arzt entschieden, welche Untersuchungen in Ihrem Fall sinnvoll sind und welche andere Umstände (wie z.B. eine schlechte Samen- bzw. Eizellqualität) für Ihre Kinderlosigkeit verantwortlich sein können.

Die Ursachen einer ungewollten Kinderlosigkeit sind zahlreich, allerdings sind das auch die Lösungen, die uns die Reproduktionsmedizin heutzutage anbietet. Daher ist es unheimlich wichtig, nicht zu verzweifeln und einen Fertilitätsexperten aufzusuchen. Denn es kann sein, dass die Erfüllung Ihres Traums viel greifbarer ist, als es Ihnen bewusst ist.

 

Wenn Sie Fragen haben, können Sie mich gerne jede Zeit kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Katharina Spies

 

Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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