Fertilität

Gesetzliche Aspekte der Eizellspende in verschiedenen Ländern

Die Globalisierung und eine zuvor niemals gesehene Vernetzung aller Lebensbereiche führen dazu, dass der sogenannte „Medizintourismus“ heutzutage gang und gäbe ist. Eine unendliche Anzahl an Kliniken weltweit sind international ausgerichtet und bieten ihre Leistungen rund um den Globus an, wobei manche Branchen beliebter sind als andere. So gehört beispielsweise die Reproduktionsmedizin zu den medizinischen Bereichen, die tausende Menschen weltweit in Bewegung setzt.

Der Grund dafür ist eine sehr ungleiche Gesetzgebung im Bezug auf die Reproduktionsmedizin, sowohl innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten als auch weltweit. So gehört beispielsweise in Spanien die Eizellspende zu den beliebtesten und den am häufigsten angewandten Behandlungsmethoden, in Deutschland ist sie jedoch verboten.

Das Embryonenschutzgesetz (EschG) vom 1. Januar  1991 hat zum Ziel, das menschliche Leben zu schützen und zu verhindern, dass Wissenschaft und Forschung  frei über Embryonen verfügen können. Darüber hinaus legen eine Reihe von Strafvorschriften fest, welche Techniken der assistierten Reproduktion nicht erlaubt sind und wie eine entsprechende Zuwiderhandlung bestraft wird. Es ist daher keineswegs überraschend, dass ein großer Teil der Patienten aus dem deutschsprachigen Raum sich entschlieβt, ins Ausland, beispielsweise nach Spanien, zu reisen und dort eine Behandlung mit Eizellspende durchführen zu lassen.

Im Gegensatz zu Deutschland ist die Eizellspende in Spanien nicht nur erlaubt, sondern bereits seit einigen Jahrzehnten eingehend definiert und gesetzlich reguliert. Das erste Gesetz stammt aus dem Jahr 1988, das aktuell geltende Gesetz Ley 14/2006 wurde 2006 verabschiedet.

Nichtsdestotrotz gibt es auch in Spanien Diskussionen bezüglich der Eizellspende, die hauptsächlich auf dem Grundsatz der absoluten Anonymität sowohl der Spenderin als auch der Empfängerin beruhen. Das Recht jedes Individuums auf die eigene Identität ist das Hauptargument der Befürworter der nicht anonymen Eizellspende. Das Gegenargument derjenigen, die die Anonymität bervorzugen, sticht hervor, dass man, in ethischer und sozialer Hinsicht, Teil der Familie ist, in die man hineingeboren wurde. Die Spender von Ei- oder Samenzelle, stellen in ihrer Hinsicht nur die Gameten zur Verfügung, beteiligen sich aber sonst in keiner Weise an der Entstehung des Kindes. Somit hätten sie keine rechtlichen Ansprüche oder Verpflichtungen auf und für das Kind.

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Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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