Fertilität

Die Rolle der Plazenta während der Schwangerschaft

Die Rolle der Plazenta während der Schwangerschaft

Die Rolle der Plazenta während der Schwangerschaft

Die Rolle der Plazenta oder des Mutterkuchens während der Schwangerschaft ist grundlegend,
da das Baby, solange es sich im Mutterleib befindet, dadurch mit allen nötigen Nährstoffen
versorgt wird. Sowohl die Plazenta als auch das Baby entstehen aus einer einzigen
befruchteten Eizelle.

Bei Behandlungen der assistierten Reproduktion kann bereits am 5. Tag
der Embryonalentwicklung das zukünftige Baby (innere Zellmasse) von der zukünftigen
Plazenta (äuβere Zellmasse) unterschieden werden. Bis zu der Geburt sind das Baby und die
Plazenta über die Nabelschnur fest miteinander verbunden.
Die Plazenta liegt an einer der Wand der Gebärmutter üer der Muskulatur und besteht sowohl
aus kindlichen als auch mütterlichen Zellen. Sie wächst im Laufe der Schwangerschaft
entsprechend der fetalen Bedürfnisse und erreicht in den letzten Schwangerschaftswochen
eine durchschnittliche Gröβe von etwa 15 bis 20 cm, eine Dicke von erwa 3cm und ein Gewicht
von etwa 500 Gramm.

Neben der Versorgung des Fetus mit den wichtigsten Nährstoffen über die Nabelschnur bildet
die Plazenta Hormone, die zur Erhaltung der Schwangerschaft unverzichtbar sind, wie z.B
P5.

Die sogenannte Plazentaschranke dient als eine Art Filter, um die Vermischung der
Blutkreisläufe von Mutter und Kind zu vermeiden, die kindliche Versorgung jedoch trotzdem
aufrecht zu erhalten. Die plazentare Schranke kann auβerdem viele Krankheitserreger,
Giftstoffe oder Medikamente zurückhalten. Es gibt jedoch einige Schadstoffe oder
Medikamente, für die die Plazenta durchlässig ist und die somit direkt von der Mutter an das
Kind weitergegeben werden, wie beispielsweise Nikotin und Alkohol. Deswegen wird während
der Schwangerschaft empfohlen, weder zu rauchen noch Alkohol zu trinken und vor dem
Gebrauch von Medikamenten einen Arzt zu befragen.

Die Lage der Plazenta

Als normal wird die Plazentalage bezeichnet, wenn diese an der oberen Rück- oder
Vorderwand der Gebärmutter liegt, also gegenüber dem Muttermund. Die Plazenta bildet sich
dort, wo sich der Embryo auf natürliche Weise oder im Laufe eines Embryonentransfer in einer
Kinderwunschklinik einnistet. Die genaue Lage kann im Zuge eines Ultraschalls festgestellt

werden. Beim Embryonentransfer in einer Kinderwunschklinik, der der abschließende Punkt
einer Behandlung der assistierten Reproduktion ist, platziert die Ärztin die Blastozyste
unmittelbar an der richtigen Stelle. Embryo und Plazenta beginnen danach, sie gleichzeitig zu
entwickeln.

Künstliche heterologe Insemination

Normale Plazentalagen

Als normal werden die folgenden Plazentalagen bezeichnet:

– Hinterwandplazenta: der Mutterkuchen befindet sich also an der hinteren
Gebärmutterwand.

– Vorderwandplazenta: in diesem Fall liegt der Mutterkuchen auf der Seite der
Bauchdecke. Dabei handelt es sich wie bei der Hinterwandplazenta um eine
vollkommmen normale Position, es kann nur sein, dass die Bewegungen des Kindes im
Mutterleib möglicherweise etwas später wahrgenommen werden.

– Tief sitzende Plazenta: bei dieser Position der Plazenta wird die Schwangere strenger
überwacht. Liegt der Mutterkuchen in den letzten Schwangerschaftswochen nicht zu
nahe am Muttermund, kann das Kind auf natürliche Weise, also durch spontane
Geburt zur Welt kommen. Sonst ist die Geburt per Kaiserschnitt zu empfehlen.

Was ist eine Plazenta praevia?

Als Plazenta praevia bezeichnet man eine tiefliegende Position der Plazenta, so dass diese den
Muttermund teilweise oder komplett verdeckt. Da diese Position der Plazenta, je nach
Außmaß sowohl für die Mutter als auch für das Kind gefährlich sein kann, beispielsweise
aufgrund eines erhöhten Blutverlustes, ist eine natürliche Geburt ausgeschlossen, sodass die
Geburt per Kaiserschnitt erfolgen muss. Zu einer solchen Fehllage des Mutterkuchens kommt
es nur bei etwa einem Prozent der Schwangeren.

Planzentainsuffizienz

Ernster wird es, wenn der Fetus durch die Plazenta nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt
wird. In diesen Fällen spricht man von Planzentainsuffizienz. Je nachdem, wie schwer der Grad
der Insuffizienz ist, variiert die Reichweite der Folgen für das Kind. Im besten Fall handelt es
sich um leichte Verzögerung in der Entwicklung des Kindes; im schlimmsten Fall kann es zu
ernsthaften Beeinträchtigungen bei der Gehirn- und Organentwicklung oder einer Fehlgeburt
kommen. Zu den Ursachen der Plazentainsuffizienz gehören unter anderem Bluthochdruck,
Diabetes, Anämie oder auch äußere Einflüsse wie Alkohol- und Drogenkonsum oder das
Rauchen.

Chronische Planzentainsuffizienz

Bei der Planzentainsuffizienz unterscheidet man zwischen der chronischen und der akuten
Planzentainsuffizienz. Die chronische Planzentainsuffizienz entwickelt sich nach und nach und
wird meistens etwas später in der Schwangerschaft, z.B. bei dem dritten Ultraschall
festgestellt. In diesem Fall ist die Austragung eines gesunden Kindes noch möglich,
vorausgesetzt, die Schwangere wird strengstens überwacht.

Akute Plazentainsuffizienz

Die akute Plazentainsuffizienz tritt plötzlich auf. Da sie lebensbedrohlich für das Kind ist,
erfordert dieser Notfall sofortigen Handlungsbedarf seitens der Ärzte. Bei besonders kritischen
Fällen wird das Kind sofort per Kaiserschnitt entbunden. Die häufigsten Gründe für die
Entstehung der akuten Plazentainsuffizienz ist die Kreislaufstörung der Mutter (genannt Vena-
Cava-Syndrom), die oben erwähnte Placenta praevia, eine vorzeitige Lösung der Plazenta oder
eine Eklampsie.

Bitte lesen Sie auch:

IVF oder ICSI – Was ist der Unterschied: http://drkatharinaspieskinderwunsch-
expertin.com/kinderwunschbehandlung-im-ausland/ivf-oder-icsi-was-ist-der-unterschied/
Stimulation zur Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut: was tun, wenn die Medikamente
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gebaermutterschleimhaut-was-tun-wenn-die-medikamente-nicht-wirken/

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Dr. Katharina Spies ist Gynäkologin und Spezialistin für Reproduktionsmedizin.

Nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universidad Complutense in Madrid promovierte sie in Neurologie im Bereich „Motorisches Lernen und Genetik“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2007 lebt sie mit ihrem spanischen Mann in Madrid, wo sie am Universitätskrankenhaus Fuenlabrada die Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.
Seit 2017 arbeitet sie als Spezialistin für Reproduktionsmedizin bei ProcreaTec.

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